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Der heilige Dominikus

Dominikus von Guzmán wird um 1170 im nordspanischen Caleruega geboren. Da ihn seine Eltern für eine kirchliche Laufbahn bestimmen, erhält er eine gute Ausbildung und besucht die Universität in Palencia. Er hat ein außerordentlich frohes und freundliches Wesen und ist ein fleißiger Student, der sich Tag und Nacht seinen Studien widmet. Als in Palencia eine große Hungersnot ausbricht, die viele Todesopfer fordert, verkauft Dominikus seine kostbaren Bücher, um für die Armen Nahrung beschaffen zu können. Dabei erklärt er: „Wie kann ich über toten Pergamenten studieren, wenn Menschen vor Hunger umkommen!“
Nach dem Studium tritt Dominikus dem Domkapitel von Osma bei. Als regulierter Chorherr lebt er nach der Augustinusregel und führt ein sehr zurückgezogenes Leben. Er macht es sich zur Gewohnheit, den Großteil der Nacht im Gebet zu verbringen – ein Brauch, den er bis zu seinem Tod beibehält.

Als Begleiter seines Bischofs Diego lernt Dominikus auf einer Reise nach Norden die Häresie der Katherer kennen, unter deren Einfluss ganze Landstriche Südfrankreichs von der Kirche abgefallen sind. Diego und Dominikus erkennen beide die Gefahr, die von dieser dualistischen (materie-, welt- und leibfeindlichen) Irrlehre ausgeht. Dabei ist es gar nicht so sehr der Inhalt der Häresie, der die Menschen anzieht, sondern vor allem die Heiligkeit und Strenge des katharischen Lebens. Die Gegenmaßnahmen der Kirche sind daher von vornherein zum Scheitern verurteilt, da die katholischen Prediger zu prunkvoll und reich auftreten.

Dominikus beschließt also, einen anderen Weg einzuschlagen: Wie die Apostel in Armut leben und predigen! In Prouille gründet er das erste Dominikanerinnenkloster als Alternative zu ähnlichen Gemeinschaften der Katharer. Und in Toulouse entsteht unter seiner Leitung eine Gemeinschaft von Predigerbrüdern. Durch Gebet und Studium, in Armut und stets auf Wanderschaft sollten die Brüder des neuen Bettelordens überall predigen und die Menschen zur Umkehr bewegen. Damit ist der „Ordo Praedicatorum“ (=OP), der „Orden der Prediger“ gegründet. Die Brüder übernehmen für ihre Gemeinschaft die Augustinusregel und ergänzen sie durch eigene Konstitutionen, die das gemeinsame Leben regeln, das ganz auf Studium und Verkündigung ausgerichtet ist. Papst Honorius III bestätigt den neuen Orden im Jahr 1216. Der Predigerorden breitet sich rasch aus – besonders in den großen Universitätsstädten, wo die Studenten scharenweise herbeiströmen. Auch immer mehr Frauen schließen sich der neuen Bewegung an und gründen Schwesternklöster.

Dominikus selbst will Zeit seines Lebens frei bleiben für die Verkündigung. Er zieht zu Fuß umher, predigt bei Tag und betet in der Nacht. Bekannt ist er vor allem für seine neun Gebetsweisen, die Körper und Seele ganz einbeziehen. Seinen Brüdern und Schwestern ist Dominikus ein liebevoller Vater. Erschöpft von einem arbeitsreichen Leben stirbt er am 6. August 1221 in Bologna. Bereits 1234 wird Dominikus von Papst Gregor IX heiliggesprochen.